Pressemitteilung vom 13. Februar 2013

Kostenfreie Geodaten sollen Erfahrungen bringen

Murschel und Salomon: „Baden-Württemberg ist bei Open Data Vorreiterland mit sehr gutem Kompromiss“

Für heftige Reaktionen hat die Ankündigung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz gesorgt, Geobasisdaten der Vermessungsverwaltung zu öffnen und künftig als „Open Data“ anzubieten, Während von Internet-Nutzern vor allem positive Stimmen zu hören waren, gab es vom Städtetag harsche Kritik, weil im öffentlichen Auftrag erstellte Geodaten nicht mehr nur gegen Entgelt zur Verfügung gestellt werden.

In der Antwort auf einen Antrag der grünen Landtagsabgeordneten Alexander Salomon und Dr. Bernd Murschel macht das Ministerium deutlich, dass Baden-Württemberg bei der Öffnung von Geodaten im Sinne des grün-roten Koalitionsvertrags Vorreiterland ist, dass es aber eine klare Abwägung zwischen Wünschenswertem und Machbarem gibt.

Rasterdaten und ausgewählte Vektordaten werden unter der Creative-Commons-Lizenz „CC-BY 3.0“ kostenlos zur Verfügung gestellt (Übersicht kann hier abgerufen werden). Eine komplette Freigabe tiefergehender Vektor- und Geodaten gibt es dagegen nicht. Der Vorwurf der Städte und Landkreise, dass das Land ihnen eine Einnahmequelle entziehen wolle, ist also aus der Luft gegriffen.
Salomon, in der Fraktion Grüne für Netzpolitik zuständig, und Murschel als Sprecher für den ländlichen Raum bewerten den Kompromiss als guten ersten Schritt in Richtung Open Government. Jetzt müssten Erfahrungen gesammelt werden, um das Angebot auszubauen.

Murschel: „Amtliche Vermessungsdaten haben einen hohen Stellenwert. Mit der für ein Flächenland weitgehenden Freigabe schafft Baden-Württemberg die Voraussetzungen dafür, dass jetzt Erfahrungen im Bereich offener Geodaten gesammelt werden können. So kann ich mir etwa im ländlichen Tourismus innovative Anwendungen vorstellen. Ich würde mir wünschen, dass auch Städte und Gemeinden hier mitziehen.“

Salomon: „Das prototypische Open-Data-Portal des Innenministeriums und jetzt die Freigabe wichtiger Geobasisdaten auch für die kommerzielle Nutzung sind für mich die ersten Schritte auf dem Weg zum Open-Data-Land Baden-Württemberg. Hier steht Baden-Württemberg in Konkurrenz mit Rheinland-Pfalz und neuerdings auch Niedersachsen, die sich ebenfalls der Herausforderung stellen wollen, als Flächenland das Open-Data-Prinzip konsequent umzusetzen – und so eine Grundlage für moderne, informierte Bürgerbeteiligung zu schaffen.“

 

Den Antrag der Abgeordneten Salomon und Dr. Murschel und die Antwort des Ministeriums finden Sie hier.

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