Politik für den Ländlichen Raum

Als promovierter Agrarwissenschaftler konnte ich in zwei Legislaturen den Bereich der Agrarpolitik für meine Fraktion vertreten. Von 2006 - 2011 als agrarpolitischer Sprecher, von 2011 - 2016 als Sprecher für den Ländlichen Raum, sowie als Vorsitzender des Arbeitskreises Ländlicher Raum und Verbraucherschutz.

Zur Bilanz der Politik für den ländlichen Raum unter Grün-Rot geht es hier.

14.01.2020

AK Europa bei Projektbesuch LEADER-Brenzregion

Besuch der historischen Feinschleiferei in Königsbronn

Im Rahmen der diesjährigen Winterklausur der Landtagsfraktion GRÜNE in Heidenheim besuchte der Arbeitskreis Europa und Internationales auch die LEADER Aktionsgruppe Brenzregion.

LEADER steht für "Liaison entre actions de développement de l'économie rurale", übersetzt: "Verbindung von Handlungen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft".
Mit Hilfe des Strukturentwicklungsprogramms LEADER fördern die EU und das Land Baden-Württemberg innovative Projekte zur Stärkung des ländlichen Raumes.

In der LEADER-Geschäftsstelle im Landratsamt Heidenheim fand zunächst eine Präsentation und ein Gespräch mit der Geschäftsstellenleiterin, Frau Rapp-van der Kooij, statt.  Sie stellte dar, wie LEADER funktioniert. Die Entwicklung der ländlichen Regionen im Rahmen von LEADER erfolgt von unten nach oben also nach dem "Bottom-Up-Prinzip". Die EU gibt dabei den groben Rahmen vor. Verantwortlich für die Umsetzung des LEADER- Programms auf regionaler Ebene sind die LEADER-Aktionsgruppen.
Es gibt ein Regionales Entwicklungskonzept der LAG Brenzregion LEADER 2014 – 2020. Die LEADER- Aktionsgruppe Brenzregion ist seit der Förderperiode Leader+ am LEADER-Prozess beteiligt (seit 2002).
Es werden innerhalb der erarbeiteten Handlungsfelder 15 Projekte begleitet und gefördert. Hier werden Schwerpunkte z.B. Schutz und Entwicklung von intakten, erlebbaren Kulturlandschaften mit regionaler Identität sowie Förderung von lebendigem Handwerk und attraktiven Traditionen u.a. gesetzt.

An diese Einführung schloss sich der Besuch eines konkreten Projektes an: Begleitet von der Geschäftsstellenleiterin besuchten die MdLs eine historische Feilenschleiferei mit Flammofen in der traditionsreichen Eisenverarbeitungsgemeinde Königsbronn. Hier führte Ulrich Knöller vom Kulturverein Königsbronn.

Bernd Murschel: "Ein spannendes Projekt, das alte Handwerkstechniken anschaulich macht und die Besucher mitnimmt auf eine Zeitreise in die frühindustrielle Produktion des Eisenerzabbaus und der Verhüttung und Verarbeitung von Eisen in der Region um Königsbronn, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Hier befand sich damals ein Zentrum der Innovation. "

 

 

25.10.2019

"Landnutzung und Klimaschutz" Themenabend beim Kreisverband Calw mit Bernd Murschel

Auf Einladung des Grünen-Kreisverbands Calw referierte und diskutierte Dr. Bernd Murschel in Schömberg-Langenbrand vor und mit zahlreichen Zuhörer*innen – darunter etlichen Landwirten - zum Thema „Landnutzung und Klimaschutz“.
Als Agraringenieur und promoviertem Bodenkundler sind dem umweltpolitischen Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion besonders die Themen Humusaufbau und Erhalt bzw. Schutz von Moorlandschaften wichtig. Dabei sei es unabdingbar, die Landwirte mit ins Boot zu holen – egal ob ökologisch oder konventionell wirtschaftende, hob Bernd Murschel in seinem Vortrag hervor.
Intakte Böden und Moore haben ein großes Potential der CO2-Speicherung. Durch Humusaufbau könne dieses Potential weiter ausgebaut werden. Die sog. 4-Promille-Initiative wurde im Pariser Klimaschutzabkommen als festgeschrieben. Damit könnten weltweit die Treibhausgase maßgeblich reduziert werden.

„Ganz klar, dass dies nicht zu Lasten der Landwirte geschehen soll, sondern zu deren Nutzen“ betont Bernd Murschel. Das Beispiel eines konventionellen Landwirtschaftsbetriebs in Hohenlohe, der aktiven Humusaufbau betreibt und dadurch auch in den verstärkt auftretenden Dürresommern noch gute landwirtschaftliche Erträge erwirtschaftet, konnte er dabei aus eigener Anschauung aufführen.

Selbstverständlich wurde auch das Thema Volksbegehren Artenschutz angesprochen und heiß, aber sachlich diskutiert. Bernd Murschel verwies dabei auch auf das Eckpunktepapier, das die grün-geführte Landesregierung nun vorgelegt hat und das einen guten Kompromiss bildet. Mitte Dezember soll dies dann bewertet und gegebenenfalls in einen Gesetzentwurf münden.

16.10.2019

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ gibt dem Artenschutz neuen Schwung

Nach den Verhandlungen hat die grün-schwarze Koalition mit den Verbänden, die das Volksbegehren Artenschutz initiierten, ein Ergebnis erzielt, das sich sehen lassen kann:

 Rückgang der Pflanzenschutzmittel bis 2030 um 40 bis 50 %

 Naturschutzgebiete stehen künftig unter striktem Schutz vor Spritzmitteln

 Wir steigern die Öko-Anbauflächen auf einen Anteil von 30 bis 40 % an der gesamten Landwirtschaft bis 2030

 Gleichzeitig helfen wir Bauern beim Absatz von Öko-Produkten – etwa durch mehr Nachfrage bei Landeskantinen oder einer Werbekampagne bei großen Unternehmen

 Die Verbesserungen für Insekten reichen in Kommunen hinein: von Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung bis zu mehr Grün und weniger Pestiziden in privaten Gärten

 Die Einigung bringt Artenvielfalt und eine naturnahe Landwirtschaft in BW voran Das Volksbegehren ist schon jetzt ein Sieg für die direkte Demokratie. Es hat die Debatte um Artenschutz belebt und das Bewusstsein für den Schutz von Bienen gestärkt!

Die vorgelegten Punkte sollen in den nächsten Wochen in einen Gesetzentwurf münden, der spätestens im 1. Quartal 2020 verabschiedet werden soll. Hier geht es zum Eckpunktepapier.

25.06.2019

Fachgespräch Klimaschutz und Landnutzung: Humusaufbau und Moorschutz im Fokus

Die Referenten und Referentin mit Dr. Bernd Murschel und Martin Hahn (ein Referent fehlt auf dem Foto)

Auf Einladung des umweltpolitischen Sprechers der Landtagsfraktion GRÜNE, Dr. Bernd Murschel, und des agrarpolitischen Sprechers Martin Hahn, diskutierten Experten und Vertreter der Landesregierung über Möglichkeiten und Handlungsoptionen, um landwirtschaftliche Böden und Moorböden stärker als Kohlenstoffsenken zu nutzen.

Mehr als 30 hochinteressierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Vertreter von Natur- und Umweltschutzverbänden, Landwirtschaft, Behörden und PraktikerInnen verfolgten das Fachgespräch im Sitzungssaal der GRÜNEN und diskutierten mit den Referenten. In Impulsvorträgen gingen die Referenten auf verschiedene Fragestellungen zur Erhaltung und Revitalisierung von klimarelevanten Böden und die dafür notwendigen politischen Rahmenbedingungen ein.

Dr. Martin Wiesmeier, Vertreter der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, stellte die Machbarkeitsstudie der „4 Promille Initiative - Klimaschutz durch Humusaufbau in Bayern“ vor. Humusaufbau sei nahezu flächendeckend in Bayern möglich, ist ein Ergebnis der bayerischen Studie. Doch trotz der humusaufbaufördernden Maßnahmen (verbesserte Fruchtfolgen, Agroforstsysteme, Umwandlung von Acker- zu Grünland, etc.) liege das Potential von Humusanreicherung auf organischen Böden nur bei 0,3-0,4 Mt C und damit bei rund 1‰ pro Jahr.
Eine zusätzliche Speicherung von jährlich 4 ‰ mehr organischer Bodensubstanz in allen Böden der Welt könnte demnach die aktuellen globalen, anthropogenen Treibhausgasemissionen weitgehend kompensieren.
Für die Verhältnisse in Bayern oder Baden-Württemberg würde dies eine Kompensation von rund 25% der jährlichen Treibhausgase bedeuten. „In den vergangenen 30 Jahren zeigen ¼ unserer Böden einen hohen Kohlenstoffverlust. Die Herausforderung ist es, den aktuellen Kohlenstoffgehalt im Boden in der Zukunft zu halten,“ so Wiesmeier.

Dr. Adrian Müller vom schweizerischen Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) legt die Komplexität der politischen Rahmenbedingungen für Klimaschutz in der Landwirtschaft dar. Eine nachhaltige Landwirtschaft basiere vor allem auf einem nachhaltigen Ernährungssystem. Das bedeute, weniger tierische Produkte und weniger Abfälle. Für Böden zu sorgen sei gut. Humusaufbau, Bodenfruchtbarkeit, organischer Dünger und: „Bio ist gut.“ Humusaufbauende Maßnahmen müssten politisch gefördert werden, allerdings nicht nur über Biolandbau.
Humusaufbau gehöre zu einer guten landwirtschaftlichen Praxis, zudem Moore schützen und nicht weiterhin als landwirtschaftliche Produktionsflächen degradieren.

Michael Reber, Landwirt und Blogger aus Hohenlohe betreibt praktischen Landbau. Reber ist überzeugt von einer regenerativ praktizierenden Landwirtschaft um Nährstoffe und mikrobiologische Prozesse im Boden ins Gleichgewicht zu bringen.
Aus seiner täglichen Praxis berichtet er über die positiven Auswirkungen von aktiven Humusaufbaumaßnahmen auf seinen Ackerböden. Er plädiert für eine humusaufbaufördernde Landwirtschaftspolitik. Und fordert seine landwirtschaftlichen Kollegen auf: „Wir müssen uns mehr mit unseren Böden beschäftigen und nicht einfach nur düngen!“

Dr. Werner Weinzierl, Vertreter des Regierungspräsidiums Freiburg, vertritt dagegen die Meinung: „Der Aufwand von Humusaufbau aus Klimaschutzgründen ist zu hoch und die Wirksamkeit zu gering. Eine viel effizientere CO-Speicherung in Böden gelingt durch eine aktive Moorrenaturierung“.

Prof. Dr. Hans Joosten von der Universität Greifswald vertritt im Weltklimarat den Moorschutz. In seinem Vortrag erinnerte er nochmals an das Pariser Klimaabkommen und das gemeinsame verpflichtende Ergebnis – „wir müssen THG-Emissionen reduzieren“.
Moorböden seien wichtige Kohlenstoffspeicher. Die Nutzung von Mooren als landwirtschaftliche Flächen bringe immense Klimaschäden. „Aber wir können nicht alle Moorflächen fluten und aus der Produktion nehmen, nicht in Europa, nicht in der Welt. Wir müssen die Wirtschaftsflächen auf Moor sofort wieder vernässen mit Erhalt der Produktionsfunktion der Landwirtschaft in anderer Form“, so Joosten.

Staatssekretärin Dr. Gisela Splett (Finanzministerium Baden-Württemberg) und Staatssekretär Dr. Andre Baumann (Umweltministerium Baden-Württemberg) berichteten über den Stand der Moorschutzstrategie in Baden-Württemberg und deren Ziel- und Umsetzung. Dabei ist das Finanzministerium vor allem mit dem Ankauf von bisher landwirtschaftlich genutzten Moorflächen aktiv.

Dr. Bernd Murschel fasste zusammen, „Humusaufbau ist eine Anpassungsstrategie für die Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels. Moorschutz ist Klimaschutz – hierfür müssen wir die Landwirte mit ins Boot holen“.

Neuorganisation der Forststruktur
Schönbuch erhält Forstbezirk in Dettenhausen

Die Forstverwaltung in Baden-Württemberg soll zum Jahreswechsel neu aufgestellt werden. Hierzu wird der Landesbetrieb ForstBW 21 Standorte in Betrieb nehmen. Dazu zählt auch der Forstbezirk Schönbuch, mit Sitz in Dettenhausen im Kreis Tübingen. Die Zentrale der neuen ForstBW soll im Kloster Bebenhausen in Tübingen untergebracht werden.
Die drei Abgeordneten der Landtagsfraktion GRÜNE Thekla Walker, Dr. Bernd Murschel und Daniel Lede Abal, über deren Wahlkreise sich der Schönbuch erstreckt, begrüßen die Neuerungen.   Mehr »

Böden in Deutschland speichern mehr als doppelt so viel CO2 wie die Wälder einschließlich Totholz

In einem Antrag hat Dr. Bernd Murschel die Bedeutung der Böden als Kohlenstoffspeicher im Zusammenhang mit dem Klimaschutz abgefragt. Nach den Ergebnissen der bundesweiten Bodenzustandserhebung durch das Thünen-Institut ist im obersten Meter landwirtschaftlich genutzter Böden mit insgesamt rund 2,5 Mrd. Tonnen Kohlenstoff mehr als doppelt so viel Kohlenstoff gespeichert, als in allen Bäumen (inkl. Totholz) in den Wäldern Deutschlands (1,17 Mrd. Tonnen).

Das Umweltministerium Baden-Württemberg bestätigt in seiner Beantwortung des Antrags: „Diese Zahlen und Ergebnisse unterstreichen die Verantwortung der Landwirtschaft in Deutschland für den Erhalt und Aufbau des Corg (Kohlenstoff)-Vorrates durch ein nachhaltiges Humusmanagement oder wo möglich durch Nutzungsänderungen."   Mehr »

09.03.2019

Wochenende mit Kreisjägerversammlung und landwirtschaftlichem Festabend

Krokusblüte in Bad Teinach-Zavelstein
Umgang mit Herdenschutzhunden auf den Causses von Südfrankreich

 

Während die Krokusse im Nordschwarzwald in voller Blüte stehen, diskutierten bei der Jahreshauptversammlung der Kreisjägervereinigung Leonberg die Teilnehmer*innen des Podiums über den Umgang mit dem Wolf. Der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion Grüne Dr. Bernd Murschel betonte die Notwendigkeit eines sachlichen Umgangs mit dem Tier.
„Die Weidetierhaltung ist uns wichtig und wir unterstützen die Schäfer bei der Umsetzung eines geeigneten Herdenschutzes“. Bernd Murschel berichtete dabei auch von seinen Erfahrungen mit Herdenschutzhunden in Südfrankreich.

Für die Landwirte und ihre Familien fand am Tag danach der Familien- und Festabend des Vereins für Landwirtschaftliche Fachbildung Herrenberg-Leonberg e.V. statt. Auch hier war das Thema Wolf präsent. Allerdings war ein Schwerpunkt auch der zunehmende Flächenverbrauch zulasten der Landwirtschaft. „Wir müssen unsere fruchtbaren landwirtschaftlichen Böden erhalten – ein Negativbeispiel ist die Versiegelung der besonders wertvollen Lössböden auf den Fildern“, betont Bernd Murschel.

02.02.2019

Beim Kreis-Obst- und Gartenbautag

Preisverleihung an die Gewinner der Prämierung heimischer Säfte.

Der Kreis-Obst- und Gartenbautag des Kreisverbands Böblingen der Obst- und Gartenbauvereine e.V. fand in diesem Jahr in Rutesheim statt.
Dort wurde auch Prämierung der besten heimischen Säfte durchgeführt, bei der sich das Gäu und der Altkreis Leonberg ein "Kopf-an-Kopf-Rennen" lieferten. Beide überzeugten mit der hohen Qualität ihrer Produkte.
Dr. Bernd Murschel dankte in seinem Grußwort den OGVs für ihr Engagement u.a. für den Erhalt der heimischen Streuobstwiesen als prägendes Merkmal der Kulturlandschaft im Kreis.

Der Leonberger Landtagsabgeordnete hob noch eine Besonderheit des Versammlungstags hervor: "Heute ist  Mariä Lichtmess. Seit Weihnachten sind 40 Tage vergangen, das bäuerliche Leben beginnt nach der Winterpause an diesem Tag und die Vorbereitungen für das Landwirtschafts- und Gartenjahr 2019 stehen nun im Mittelpunkt. Eine schöne Symbolik. Die treffend auch für ihre Tätigkeit als OGVs steht. Dazu wünsche ich ihnen viel Erfolg im neuen Obst- und Gartenbau-Jahr."

29.11.2018

Wichtiger Meilenstein für den Bodenschutz: Landtagsfraktion beschließt Strategiepapier Boden

Böden spielen eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem. Sie speichern CO2, bieten Lebensraum für zahlreiche Arten und bilden die Grundlage unserer Ernährung. Zunehmender Flächenverbrauch, intensive landwirtschaftliche Nutzung und stoffliche Belastungen sind ständige Herausforderungen für unsere Böden.

Nachdem Dr. Bernd Murschel am 19. Oktober zu einem Bodenschutz-Fachgespräch eingeladen hatte (s.d.), erarbeitete er jetzt ein Strategiepier Bodenschutz, in das auch die Ergebnisse des Fachgesprächs eingeflossen sind. Dieses Papier wurde nun in der Fraktionssitzung am 27. November 2018 einstimmig beschlossen. Zum Strategiepapier klicken Sie hier.

20.11.2018

200 Jahre Universität Hohenheim

Als Absolvent und ehemaliger Doktorand der Universität Hohenheim folgte Dr. Bernd Murschel gerne der Einladung zur 200-Jahr-Feier der Universität.
Hohenheim hat eine rasante Entwicklung von einer ursprünglich landwirtschaftlichen Versuchsanstalt hin zu einer der renommiertesten Universitäten insbesondere im Bereich der Agrar- und Lebenswissenschaften hinter sich.
Murschel betont: "Zahlreiche Forschungsschwerpunkte sind eng mit der politischen Zielsetzung des Landes verbunden z.B. der Themenkomplex Bioökonomie oder auch der Ökolandbau." 

19.10.2018

Fachgespräch "Bodenschutz - eine umweltpolitische Querschnittsaufgabe"

Der umweltpolitische Sprecher der Fraktion Grüne im Landtag, Dr. Bernd Murschel lud zum Fachgespräch im Haus der Abgeordneten ein. Gefolgt waren der Einladung über 40 Interessierte.

Böden spielen eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem. Sie speichern CO2, bieten Lebensraum für zahlreiche Arten und bilden die Grundlage unserer Ernährung.
Zunehmender Flächenverbrauch, intensive landwirtschaftliche Nutzung und stoffliche Belastungen sind ständige Herausforderungen für unsere Böden.
Ziel muss es sein, das Schutzgut Boden mit seinen Funktionen auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Vor dem Hintergrund der ökologischen Relevanz der Böden waren sowohl ein Sachstandsbericht als auch ein Ausblick aus fachlicher Perspektive notwendig.

Fünf Experten beleuchteten aus verschiedenen Blickwinkeln das Thema.
So Prof. Dr. Thilo Streck vom Fachgebiet Biogeophysik der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Frieder Haakh, technischer Geschäftsführer der Landeswasserversorgung, Peter von Schnakenburg (Stadt Stuttgart), Jochen Goedecke, Landwirtschaftsreferent des NABU BW sowie Peter Huber vom Zukunftsforum Natur & Umwelt Ortenau.

Sowohl in den Vorträgen als auch in der anschließenden Diskussion mit den Experten wurden aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Bodenschutz aufgezeigt.

"Wir haben also für die zweite Halbzeit der Koalition noch wichtige Herausforderungen für den Bodenschutz umzusetzen. Dabei bedarf es nicht zahlreicher Gesetzesinitativen", betont Bernd Murschel, „wir haben kein Erkenntnisdefizit, sondern ein Vollzugsdefizit. Dies gilt es, für einen guten Bodenschutz zu schließen."

Den ausführlichen Bericht zum Fachgespräch sowie die Referentenbeiträge finden Sie hier.

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06.09.2018

Humusaufbau: Gezielte Maßnahmen für mehr Bodenfruchtbarkeit

Dr. Bernd Murschel, Jutta Niemann und Landwirt Reber auf der frisch abgeernteten Maisfläche

Die beiden Landtagsabgeordneten Dr. Bernd Murschel und Jutta Niemann konnten sich bei einem Betriebsbesuch bei Landwirt Michael Reber in der Nähe von Schwäbisch Hall von der Wirkung des gezielten Humusaufbaus auf die Bodenfruchtbarkeit überzeugen.

Michael Reber ist davon überzeugt, dass nur auf diese Weise eine nachhaltige Landwirtschaft möglich ist, insbesondere da er auf seinen 270 ha Produktionsfläche mit einem hohen Anteil an Silomais arbeitet. Reber nennt dieses Anbausystem „regenerative Landwirtschaft“, die ihm nach seinen Aussagen die Sicherheit gibt, auch weiterhin die notwendige Biomasse für seine Biogasanlage produzieren zu können. Untersaaten und langsam wachsende Gräser bedecken auch nach der Maisernte den Boden und schützen vor Erosion, berichtet er. Die bestehenden Wurzeln fördern Humusaufbau im Oberboden und somit die Bodenfruchtbarkeit.

Herr Reber beobachtete seine landwirtschaftlichen Flächen in den vergangenen drei Jahren und zieht ein positives Fazit: Deutlich weniger Bodenerosion bei Starkregenereignissen, hohe Wasserspeicherkapazität im Boden und geringerer Einsatz von chemischen Pflanzenschutz- und Düngemittel im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft. Die aktuelle Dürreperiode in diesem Jahr war trotz der höheren Wasserspeicherkapazität auf seinen Flächen eine Herausforderung.

Einen praktischen Feldversuch über die Wirkung des Humusaufbaus bei Starkregenereignissen demonstrierte Landwirt Reber den beiden Abgeordneten.

Dr. Bernd Murschel, der in seiner Dissertation über Bodenerosion geforscht hatte, erklärt dazu: „Schon diese einfachen Beregnungsversuche auf dem Feld zeigen, dass Böden mit höherem Humusanteil wesentlich mehr Wasser speichern und somit im Vergleich mit konventionellen Flächen eine deutlich geringere Bodenerosion aufweisen.“

09.05.2018

Antrag „Bodenschutz bei der Holzernte“

Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass mit der stärker technisierten Holzernte in Zusammenhang mit größeren und schwereren Fahrzeugen die Bodenfunktionen zunehmend gefährdet sind. Das in die Jahre gekommene Feinerschließungssystem im Forst droht damit den Anforderungen an die bodenschonende Holzernte und den Erhalt der technischen Befahrbarkeit nicht mehr ausreichend gerecht werden zu können. Insbesondere wird die Bodenstabilität durch starke Scherdynamik und hohe Wassergehalte beeinträchtigt. Neben der Veränderung physikalischer Bodenkenngrößen (Luftkapazität, Wasserleitfähigkeit, Lagerungsdichte) treten Spurbildungen bis in den Unterboden auf und verhindern die weitere technische Befahrbarkeit dieser Rückegassen. Der Regeneration der Böden in Rückegassen und der Reduzierung der Vorbelastung durch Befahrung kommt daher eine große Bedeutung zu. Hierzu bedarf es ggf. einer Anpassung der Rückegassenkonzeption des Landes von 2012 insbesondere hinsichtlich der maximalen Fahrspurtiefen.

Im grün-schwarzen Koalitionsvertrag wird der Bodenschutz im Forst ausdrücklich als Ziel genannt. Auf Seite 102 heißt es: „Wir werden dabei dem Bodenschutz bei der Waldbewirtschaftung einen noch größeren Stellenwert geben, beispielsweise durch verstärkten Einsatz und die Förderung und die weitere Erforschung bodenschonender Holzernteverfahren“. Dr. Bernd Murschel, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion Grüne im Landtag hat gemeinsam mit seinem Kollegen, dem forstpolitischen Sprecher Reinhold Pix, einen Antrag zu dieser Thematik formuliert. In der Antwort des Forstministers wird festgestellt, dass die Rückegassenkonzeption und das Konzept zur Sicherstellung der dauerhaften Funktionsfähigkeit dieser Rückegassen der Garant für bodenschonende Holzernte sei.

Dr. Bernd Murschel hält diesen Ansatz für nicht ausreichend. Die Obergrenze einer Fahrspurtiefe von 40 cm, plus möglicher Überschreitung, ist aus Sicht des Bodenschutzes viel zu hoch angesetzt. Zumal der Vergleich mit anderen Bundesländern oder auch der Schweiz zeigt, dass es auch bodenschonender und umweltfreundlicher geht. Deshalb soll mit dem Koalitionspartner und dem Ministerium für Ländlichen Raum das weitere Gespräch gesucht werden, um eine Verbesserung des Bodenschutzes im Forst zu erreichen. Bernd Murschel zeigt sich überzeugt, dass diese Herausforderung im Staatswald zu meistern ist.. Allerdings wäre es auch wichtig, den Privatwald und den Kommunalwald flächendeckend in das weitere Vorgehen einzubinden.

Hier das FAQ Bodenschutz.

03.02.2018

Kreisbauerntag 2018 des Kreisbauernverbandes Böblingen

Kreisbauernverbandsvorsitzender Andreas Kindler (rechts), Europaabgeordneter Rainer Wieland

„Landwirtschaft heute und morgen im Spannungsfeld der Gesellschaft“. Unter diesem Motto stand der Kreisbauerntag 2018 des Kreisbauernverbandes Böblingen. In seinem Grußwort an die zahlreichen Bäuerinnen und Bauern aus dem Kreis betonte der promovierte Agraringenieur und Landtagsabgeordnete Bernd Murschel die Notwendigkeit auch für Veränderungen. Regionale und gesunde Lebensmittel werden zukünftig stärker nachgefragt werden, ebenso ist Biodiversität, Boden- und Grundwasserschutz und Pestizidreduktion erklärtes Ziel der grün-schwarzen Landesregierung. Weniger Geld aus Brüssel wird es künftig für die Bauern im Land geben. Voraussichtlich werden die Mittel um 5 bis 10% reduziert, verbunden mit einer Degression für die Hektarprämien.

URL:http://murschel.de/politik/laendlicher-raumlandwirtschaftforst/