Politik für den Ländlichen Raum

Als promovierter Agrarwissenschaftler konnte ich in zwei Legislaturen den Bereich der Agrarpolitik für meine Fraktion vertreten. Von 2006 - 2011 als agrarpolitischer Sprecher, von 2011 - 2016 als Sprecher für den Ländlichen Raum, sowie als Vorsitzender des Arbeitskreises Ländlicher Raum und Verbraucherschutz.

Zur Bilanz der Politik für den ländlichen Raum unter Grün-Rot geht es hier.

25.06.2019

Fachgespräch Klimaschutz und Landnutzung: Humusaufbau und Moorschutz im Fokus

Die Referenten und Referentin mit Dr. Bernd Murschel und Martin Hahn (ein Referent fehlt auf dem Foto)

Auf Einladung des umweltpolitischen Sprechers der Landtagsfraktion GRÜNE, Dr. Bernd Murschel, und des agrarpolitischen Sprechers Martin Hahn, diskutierten Experten und Vertreter der Landesregierung über Möglichkeiten und Handlungsoptionen, um landwirtschaftliche Böden und Moorböden stärker als Kohlenstoffsenken zu nutzen.

Mehr als 30 hochinteressierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Vertreter von Natur- und Umweltschutzverbänden, Landwirtschaft, Behörden und PraktikerInnen verfolgten das Fachgespräch im Sitzungssaal der GRÜNEN und diskutierten mit den Referenten. In Impulsvorträgen gingen die Referenten auf verschiedene Fragestellungen zur Erhaltung und Revitalisierung von klimarelevanten Böden und die dafür notwendigen politischen Rahmenbedingungen ein.

Dr. Martin Wiesmeier, Vertreter der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, stellte die Machbarkeitsstudie der „4 Promille Initiative - Klimaschutz durch Humusaufbau in Bayern“ vor. Humusaufbau sei nahezu flächendeckend in Bayern möglich, ist ein Ergebnis der bayerischen Studie. Doch trotz der humusaufbaufördernden Maßnahmen (verbesserte Fruchtfolgen, Agroforstsysteme, Umwandlung von Acker- zu Grünland, etc.) liege das Potential von Humusanreicherung auf organischen Böden nur bei 0,3-0,4 Mt C und damit bei rund 1‰ pro Jahr.
Eine zusätzliche Speicherung von jährlich 4 ‰ mehr organischer Bodensubstanz in allen Böden der Welt könnte demnach die aktuellen globalen, anthropogenen Treibhausgasemissionen weitgehend kompensieren.
Für die Verhältnisse in Bayern oder Baden-Württemberg würde dies eine Kompensation von rund 25% der jährlichen Treibhausgase bedeuten. „In den vergangenen 30 Jahren zeigen ¼ unserer Böden einen hohen Kohlenstoffverlust. Die Herausforderung ist es, den aktuellen Kohlenstoffgehalt im Boden in der Zukunft zu halten,“ so Wiesmeier.

Dr. Adrian Müller vom schweizerischen Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) legt die Komplexität der politischen Rahmenbedingungen für Klimaschutz in der Landwirtschaft dar. Eine nachhaltige Landwirtschaft basiere vor allem auf einem nachhaltigen Ernährungssystem. Das bedeute, weniger tierische Produkte und weniger Abfälle. Für Böden zu sorgen sei gut. Humusaufbau, Bodenfruchtbarkeit, organischer Dünger und: „Bio ist gut.“ Humusaufbauende Maßnahmen müssten politisch gefördert werden, allerdings nicht nur über Biolandbau.
Humusaufbau gehöre zu einer guten landwirtschaftlichen Praxis, zudem Moore schützen und nicht weiterhin als landwirtschaftliche Produktionsflächen degradieren.

Michael Reber, Landwirt und Blogger aus Hohenlohe betreibt praktischen Landbau. Reber ist überzeugt von einer regenerativ praktizierenden Landwirtschaft um Nährstoffe und mikrobiologische Prozesse im Boden ins Gleichgewicht zu bringen.
Aus seiner täglichen Praxis berichtet er über die positiven Auswirkungen von aktiven Humusaufbaumaßnahmen auf seinen Ackerböden. Er plädiert für eine humusaufbaufördernde Landwirtschaftspolitik. Und fordert seine landwirtschaftlichen Kollegen auf: „Wir müssen uns mehr mit unseren Böden beschäftigen und nicht einfach nur düngen!“

Dr. Werner Weinzierl, Vertreter des Regierungspräsidiums Freiburg, vertritt dagegen die Meinung: „Der Aufwand von Humusaufbau aus Klimaschutzgründen ist zu hoch und die Wirksamkeit zu gering. Eine viel effizientere CO-Speicherung in Böden gelingt durch eine aktive Moorrenaturierung“.

Prof. Dr. Hans Joosten von der Universität Greifswald vertritt im Weltklimarat den Moorschutz. In seinem Vortrag erinnerte er nochmals an das Pariser Klimaabkommen und das gemeinsame verpflichtende Ergebnis – „wir müssen THG-Emissionen reduzieren“.
Moorböden seien wichtige Kohlenstoffspeicher. Die Nutzung von Mooren als landwirtschaftliche Flächen bringe immense Klimaschäden. „Aber wir können nicht alle Moorflächen fluten und aus der Produktion nehmen, nicht in Europa, nicht in der Welt. Wir müssen die Wirtschaftsflächen auf Moor sofort wieder vernässen mit Erhalt der Produktionsfunktion der Landwirtschaft in anderer Form“, so Joosten.

Staatssekretärin Dr. Gisela Splett (Finanzministerium Baden-Württemberg) und Staatssekretär Dr. Andre Baumann (Umweltministerium Baden-Württemberg) berichteten über den Stand der Moorschutzstrategie in Baden-Württemberg und deren Ziel- und Umsetzung. Dabei ist das Finanzministerium vor allem mit dem Ankauf von bisher landwirtschaftlich genutzten Moorflächen aktiv.

Dr. Bernd Murschel fasste zusammen, „Humusaufbau ist eine Anpassungsstrategie für die Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels. Moorschutz ist Klimaschutz – hierfür müssen wir die Landwirte mit ins Boot holen“.

Neuorganisation der Forststruktur
Schönbuch erhält Forstbezirk in Dettenhausen

Die Forstverwaltung in Baden-Württemberg soll zum Jahreswechsel neu aufgestellt werden. Hierzu wird der Landesbetrieb ForstBW 21 Standorte in Betrieb nehmen. Dazu zählt auch der Forstbezirk Schönbuch, mit Sitz in Dettenhausen im Kreis Tübingen. Die Zentrale der neuen ForstBW soll im Kloster Bebenhausen in Tübingen untergebracht werden.
Die drei Abgeordneten der Landtagsfraktion GRÜNE Thekla Walker, Dr. Bernd Murschel und Daniel Lede Abal, über deren Wahlkreise sich der Schönbuch erstreckt, begrüßen die Neuerungen.   Mehr »

Böden in Deutschland speichern mehr als doppelt so viel CO2 wie die Wälder einschließlich Totholz

In einem Antrag hat Dr. Bernd Murschel die Bedeutung der Böden als Kohlenstoffspeicher im Zusammenhang mit dem Klimaschutz abgefragt. Nach den Ergebnissen der bundesweiten Bodenzustandserhebung durch das Thünen-Institut ist im obersten Meter landwirtschaftlich genutzter Böden mit insgesamt rund 2,5 Mrd. Tonnen Kohlenstoff mehr als doppelt so viel Kohlenstoff gespeichert, als in allen Bäumen (inkl. Totholz) in den Wäldern Deutschlands (1,17 Mrd. Tonnen).

Das Umweltministerium Baden-Württemberg bestätigt in seiner Beantwortung des Antrags: „Diese Zahlen und Ergebnisse unterstreichen die Verantwortung der Landwirtschaft in Deutschland für den Erhalt und Aufbau des Corg (Kohlenstoff)-Vorrates durch ein nachhaltiges Humusmanagement oder wo möglich durch Nutzungsänderungen."   Mehr »

09.03.2019

Wochenende mit Kreisjägerversammlung und landwirtschaftlichem Festabend

Krokusblüte in Bad Teinach-Zavelstein
Umgang mit Herdenschutzhunden auf den Causses von Südfrankreich

 

Während die Krokusse im Nordschwarzwald in voller Blüte stehen, diskutierten bei der Jahreshauptversammlung der Kreisjägervereinigung Leonberg die Teilnehmer*innen des Podiums über den Umgang mit dem Wolf. Der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion Grüne Dr. Bernd Murschel betonte die Notwendigkeit eines sachlichen Umgangs mit dem Tier.
„Die Weidetierhaltung ist uns wichtig und wir unterstützen die Schäfer bei der Umsetzung eines geeigneten Herdenschutzes“. Bernd Murschel berichtete dabei auch von seinen Erfahrungen mit Herdenschutzhunden in Südfrankreich.

Für die Landwirte und ihre Familien fand am Tag danach der Familien- und Festabend des Vereins für Landwirtschaftliche Fachbildung Herrenberg-Leonberg e.V. statt. Auch hier war das Thema Wolf präsent. Allerdings war ein Schwerpunkt auch der zunehmende Flächenverbrauch zulasten der Landwirtschaft. „Wir müssen unsere fruchtbaren landwirtschaftlichen Böden erhalten – ein Negativbeispiel ist die Versiegelung der besonders wertvollen Lössböden auf den Fildern“, betont Bernd Murschel.

02.02.2019

Beim Kreis-Obst- und Gartenbautag

Preisverleihung an die Gewinner der Prämierung heimischer Säfte.

Der Kreis-Obst- und Gartenbautag des Kreisverbands Böblingen der Obst- und Gartenbauvereine e.V. fand in diesem Jahr in Rutesheim statt.
Dort wurde auch Prämierung der besten heimischen Säfte durchgeführt, bei der sich das Gäu und der Altkreis Leonberg ein "Kopf-an-Kopf-Rennen" lieferten. Beide überzeugten mit der hohen Qualität ihrer Produkte.
Dr. Bernd Murschel dankte in seinem Grußwort den OGVs für ihr Engagement u.a. für den Erhalt der heimischen Streuobstwiesen als prägendes Merkmal der Kulturlandschaft im Kreis.

Der Leonberger Landtagsabgeordnete hob noch eine Besonderheit des Versammlungstags hervor: "Heute ist  Mariä Lichtmess. Seit Weihnachten sind 40 Tage vergangen, das bäuerliche Leben beginnt nach der Winterpause an diesem Tag und die Vorbereitungen für das Landwirtschafts- und Gartenjahr 2019 stehen nun im Mittelpunkt. Eine schöne Symbolik. Die treffend auch für ihre Tätigkeit als OGVs steht. Dazu wünsche ich ihnen viel Erfolg im neuen Obst- und Gartenbau-Jahr."

29.11.2018

Wichtiger Meilenstein für den Bodenschutz: Landtagsfraktion beschließt Strategiepapier Boden

Böden spielen eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem. Sie speichern CO2, bieten Lebensraum für zahlreiche Arten und bilden die Grundlage unserer Ernährung. Zunehmender Flächenverbrauch, intensive landwirtschaftliche Nutzung und stoffliche Belastungen sind ständige Herausforderungen für unsere Böden.

Nachdem Dr. Bernd Murschel am 19. Oktober zu einem Bodenschutz-Fachgespräch eingeladen hatte (s.d.), erarbeitete er jetzt ein Strategiepier Bodenschutz, in das auch die Ergebnisse des Fachgesprächs eingeflossen sind. Dieses Papier wurde nun in der Fraktionssitzung am 27. November 2018 einstimmig beschlossen. Zum Strategiepapier klicken Sie hier.

20.11.2018

200 Jahre Universität Hohenheim

Als Absolvent und ehemaliger Doktorand der Universität Hohenheim folgte Dr. Bernd Murschel gerne der Einladung zur 200-Jahr-Feier der Universität.
Hohenheim hat eine rasante Entwicklung von einer ursprünglich landwirtschaftlichen Versuchsanstalt hin zu einer der renommiertesten Universitäten insbesondere im Bereich der Agrar- und Lebenswissenschaften hinter sich.
Murschel betont: "Zahlreiche Forschungsschwerpunkte sind eng mit der politischen Zielsetzung des Landes verbunden z.B. der Themenkomplex Bioökonomie oder auch der Ökolandbau." 

19.10.2018

Fachgespräch "Bodenschutz - eine umweltpolitische Querschnittsaufgabe"

Der umweltpolitische Sprecher der Fraktion Grüne im Landtag, Dr. Bernd Murschel lud zum Fachgespräch im Haus der Abgeordneten ein. Gefolgt waren der Einladung über 40 Interessierte.

Böden spielen eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem. Sie speichern CO2, bieten Lebensraum für zahlreiche Arten und bilden die Grundlage unserer Ernährung.
Zunehmender Flächenverbrauch, intensive landwirtschaftliche Nutzung und stoffliche Belastungen sind ständige Herausforderungen für unsere Böden.
Ziel muss es sein, das Schutzgut Boden mit seinen Funktionen auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Vor dem Hintergrund der ökologischen Relevanz der Böden waren sowohl ein Sachstandsbericht als auch ein Ausblick aus fachlicher Perspektive notwendig.

Fünf Experten beleuchteten aus verschiedenen Blickwinkeln das Thema.
So Prof. Dr. Thilo Streck vom Fachgebiet Biogeophysik der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Frieder Haakh, technischer Geschäftsführer der Landeswasserversorgung, Peter von Schnakenburg (Stadt Stuttgart), Jochen Goedecke, Landwirtschaftsreferent des NABU BW sowie Peter Huber vom Zukunftsforum Natur & Umwelt Ortenau.

Sowohl in den Vorträgen als auch in der anschließenden Diskussion mit den Experten wurden aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Bodenschutz aufgezeigt.

"Wir haben also für die zweite Halbzeit der Koalition noch wichtige Herausforderungen für den Bodenschutz umzusetzen. Dabei bedarf es nicht zahlreicher Gesetzesinitativen", betont Bernd Murschel, „wir haben kein Erkenntnisdefizit, sondern ein Vollzugsdefizit. Dies gilt es, für einen guten Bodenschutz zu schließen."

Den ausführlichen Bericht zum Fachgespräch sowie die Referentenbeiträge finden Sie hier.

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06.09.2018

Humusaufbau: Gezielte Maßnahmen für mehr Bodenfruchtbarkeit

Dr. Bernd Murschel, Jutta Niemann und Landwirt Reber auf der frisch abgeernteten Maisfläche

Die beiden Landtagsabgeordneten Dr. Bernd Murschel und Jutta Niemann konnten sich bei einem Betriebsbesuch bei Landwirt Michael Reber in der Nähe von Schwäbisch Hall von der Wirkung des gezielten Humusaufbaus auf die Bodenfruchtbarkeit überzeugen.

Michael Reber ist davon überzeugt, dass nur auf diese Weise eine nachhaltige Landwirtschaft möglich ist, insbesondere da er auf seinen 270 ha Produktionsfläche mit einem hohen Anteil an Silomais arbeitet. Reber nennt dieses Anbausystem „regenerative Landwirtschaft“, die ihm nach seinen Aussagen die Sicherheit gibt, auch weiterhin die notwendige Biomasse für seine Biogasanlage produzieren zu können. Untersaaten und langsam wachsende Gräser bedecken auch nach der Maisernte den Boden und schützen vor Erosion, berichtet er. Die bestehenden Wurzeln fördern Humusaufbau im Oberboden und somit die Bodenfruchtbarkeit.

Herr Reber beobachtete seine landwirtschaftlichen Flächen in den vergangenen drei Jahren und zieht ein positives Fazit: Deutlich weniger Bodenerosion bei Starkregenereignissen, hohe Wasserspeicherkapazität im Boden und geringerer Einsatz von chemischen Pflanzenschutz- und Düngemittel im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft. Die aktuelle Dürreperiode in diesem Jahr war trotz der höheren Wasserspeicherkapazität auf seinen Flächen eine Herausforderung.

Einen praktischen Feldversuch über die Wirkung des Humusaufbaus bei Starkregenereignissen demonstrierte Landwirt Reber den beiden Abgeordneten.

Dr. Bernd Murschel, der in seiner Dissertation über Bodenerosion geforscht hatte, erklärt dazu: „Schon diese einfachen Beregnungsversuche auf dem Feld zeigen, dass Böden mit höherem Humusanteil wesentlich mehr Wasser speichern und somit im Vergleich mit konventionellen Flächen eine deutlich geringere Bodenerosion aufweisen.“

09.05.2018

Antrag „Bodenschutz bei der Holzernte“

Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass mit der stärker technisierten Holzernte in Zusammenhang mit größeren und schwereren Fahrzeugen die Bodenfunktionen zunehmend gefährdet sind. Das in die Jahre gekommene Feinerschließungssystem im Forst droht damit den Anforderungen an die bodenschonende Holzernte und den Erhalt der technischen Befahrbarkeit nicht mehr ausreichend gerecht werden zu können. Insbesondere wird die Bodenstabilität durch starke Scherdynamik und hohe Wassergehalte beeinträchtigt. Neben der Veränderung physikalischer Bodenkenngrößen (Luftkapazität, Wasserleitfähigkeit, Lagerungsdichte) treten Spurbildungen bis in den Unterboden auf und verhindern die weitere technische Befahrbarkeit dieser Rückegassen. Der Regeneration der Böden in Rückegassen und der Reduzierung der Vorbelastung durch Befahrung kommt daher eine große Bedeutung zu. Hierzu bedarf es ggf. einer Anpassung der Rückegassenkonzeption des Landes von 2012 insbesondere hinsichtlich der maximalen Fahrspurtiefen.

Im grün-schwarzen Koalitionsvertrag wird der Bodenschutz im Forst ausdrücklich als Ziel genannt. Auf Seite 102 heißt es: „Wir werden dabei dem Bodenschutz bei der Waldbewirtschaftung einen noch größeren Stellenwert geben, beispielsweise durch verstärkten Einsatz und die Förderung und die weitere Erforschung bodenschonender Holzernteverfahren“. Dr. Bernd Murschel, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion Grüne im Landtag hat gemeinsam mit seinem Kollegen, dem forstpolitischen Sprecher Reinhold Pix, einen Antrag zu dieser Thematik formuliert. In der Antwort des Forstministers wird festgestellt, dass die Rückegassenkonzeption und das Konzept zur Sicherstellung der dauerhaften Funktionsfähigkeit dieser Rückegassen der Garant für bodenschonende Holzernte sei.

Dr. Bernd Murschel hält diesen Ansatz für nicht ausreichend. Die Obergrenze einer Fahrspurtiefe von 40 cm, plus möglicher Überschreitung, ist aus Sicht des Bodenschutzes viel zu hoch angesetzt. Zumal der Vergleich mit anderen Bundesländern oder auch der Schweiz zeigt, dass es auch bodenschonender und umweltfreundlicher geht. Deshalb soll mit dem Koalitionspartner und dem Ministerium für Ländlichen Raum das weitere Gespräch gesucht werden, um eine Verbesserung des Bodenschutzes im Forst zu erreichen. Bernd Murschel zeigt sich überzeugt, dass diese Herausforderung im Staatswald zu meistern ist.. Allerdings wäre es auch wichtig, den Privatwald und den Kommunalwald flächendeckend in das weitere Vorgehen einzubinden.

Hier das FAQ Bodenschutz.

03.02.2018

Kreisbauerntag 2018 des Kreisbauernverbandes Böblingen

Kreisbauernverbandsvorsitzender Andreas Kindler (rechts), Europaabgeordneter Rainer Wieland

„Landwirtschaft heute und morgen im Spannungsfeld der Gesellschaft“. Unter diesem Motto stand der Kreisbauerntag 2018 des Kreisbauernverbandes Böblingen. In seinem Grußwort an die zahlreichen Bäuerinnen und Bauern aus dem Kreis betonte der promovierte Agraringenieur und Landtagsabgeordnete Bernd Murschel die Notwendigkeit auch für Veränderungen. Regionale und gesunde Lebensmittel werden zukünftig stärker nachgefragt werden, ebenso ist Biodiversität, Boden- und Grundwasserschutz und Pestizidreduktion erklärtes Ziel der grün-schwarzen Landesregierung. Weniger Geld aus Brüssel wird es künftig für die Bauern im Land geben. Voraussichtlich werden die Mittel um 5 bis 10% reduziert, verbunden mit einer Degression für die Hektarprämien.

23.10.2017

Natur, Landschaft, Streuobst und Schafe: Informationsgespräch mit dem Ersten Landesbeamten

Dr. Bernd Murschel MdL mit Erstem Landesbeamten Martin Wuttke, Helmut Holzapfel, Regina Meier, Siegfried Zenger und Barbara Truckses

Zu einem Informationsgespräch über den Naturschutzhaushalt und die Landschaftspflege traf sich Dr. Bernd Murschel mit dem Ersten Landesbeamten des Landkreises Böblingen, Martin Wuttke, bei einem Vorort-Termin am Schafstall der Familie Holzapfel in Schönaich.

Der Bau des Stalls für rund 300 vierbeinige Landschaftspfleger wurde mit Unterstützung des Landschaftserhaltungsverbandes des Landkreises sowie der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg erstellt. Die Schäferei trägt maßgeblich zur Erhaltung der Kulturlandschaft unserer Streuobstwiesen bei.

Der Erste Landesbeamte stellte zusammen mit Regina Meier, Leiterin der Abteilung Landwirtschaft und Naturschutz beim Landratsamt, sowie dem Leiter der Regionalentwicklung, Siegfried Zenger und der Geschäftsführerin des LEV Böblingen, Barbara Truckses die von ihnen entwickelten innovativen Ideen vor, um langfristig Pflegemaßnahmen im Zusammenhang mit Ausgleichsmaßnahmen abzusichern und damit auch eine Bestandsgarantie für die wertvollen Streuobstbestände zu erhalten. Bei einer Verkostung der vielfältigen Streuobstprodukte aus dem Landkreis konnte sich der Abgeordnete ein Bild von der hohen Qualität der Erzeugnisse machen.

Dr. Bernd Murschel betonte, dass im Doppelhaushalt 2018/2019 das Thema Natur- und Landschaftsschutz einen hohen Stellenwert einnimmt und zusätzliche Mittel dafür bereitgestellt werden.

02.08.2017

Am Schönbuchrand und im Oberen Gäu mit Minister Untersteller

von links: Monika Rieger (LIFE-Projektleiterin), Dr. Bernd Murschel MdL, Landrat Roland Bernhard, Jürgen Baumer (Stabsstelle Umwelt; Stadt Herrenberg), Minister Franz Untersteller
von links: Bürgermeister Marcel Hagenlocher, Dr. Bernd Murschel MdL, Minister Franz Untersteller, Landrat Roland Bernhard

 Das Projekt „LIFE rund ums Heckengäu“ und dessen Schwerpunktaktivitäten in den Obstwiesen am Schönbuchhang bildete die erste Station des Besuchs von Umweltminister Untersteller im Gäu.
Begleitet wurde der Minister von Landrat Roland Bernhard und vom Wahlkreisabgeordneten Dr. Bernd Murschel.

Beim Spaziergang durch die Streuobstwiesen bei Mönchberg wurden die Maßnahmen im FFH-Gebiet erläutert, sowie das Schafbeweidungskonzept zur Freihaltung der artenreichen Flächen vorgestellt. Schlusspunkt bei der „Köhler-Eiche“ waren der Imbiss und die Erfrischung aus heimischer Produktion des OGV Mönchberg – gekrönt von der anwesenden Streuobstprinzessin des Landkreises.

Beim anschließenden Besuch des Rebhuhn-Schutzprojektes, das vom LEV (Landschaftserhaltungsverband)Böblingen betreut wird, konnten sich Minister und Abgeordneter ein Bild machen von den blühenden Rückzugsflächen zur Wiederansiedelung der bedrohten Vögel, die früher in den Ackerfluren weit verbreitet waren.
Hier wurde und wird im Zusammenwirken von Landwirten, Jägern und Naturschützern ein wirkliches Vorzeigeprojekt realisiert. Stolz sind darauf auch die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden im Oberen Gäu.

13.07.2017

10. Abgeordnetenabend des LBV

Dr. Bernd Murschel im Gespräch mit Christian Reutter, ehemaliger Kreisverbandsvorsitzender Tübingen.
(Quelle: LBV Baden-Württemberg)

Dr. Bernd Murschel nahm auch in diesem Jahr wieder am Parlamentarischen Abend des Landesbauernverbandes teil. Und wie immer kamen die Abgeordneten sehr schnell ins Gespräch mit den Verbandsvertretern. Die Situation der Landwirtschaft, die Agrarpolitik und das Zusammenspiel nationaler und internationaler Interessen standen dabei im Mittelpunkt.

07.06.2017

Kleine Anfrage - Aktuelle Situation der landwirtschaftlichen Beratung

Das Beratungsangebot „Beratung.Zukunft.Land.“ richtet sich an landwirtschaftliche Betriebe und hat seit seiner Neuausrichtung ein modulares Baukastensystem. Landwirte können diese Module bei den vom Land konzessionierten privaten Beratungsorganisationen in Anspruch nehmen. Die Kleine Anfrage von Dr. Bernd Murschel gibt einen Überblick über die Beratungsstruktur. Die Kritik aus den Reihen der Berater wegen des hohen bürokratischen Aufwandes, aber auch dem deutlichen zeitlichen Bearbeitungsdefizit der Bewilligungsbehörde wird ebenfalls angesprochen. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat deshalb die personellen Ressourcen beim RP Karlsruhe verstärkt.

03.03.2017

Nitratbericht 2016 - Auswirkungen auf Baden-Württemberg. Antrag von Dr. Bernd Murschel MdL

Der Nitratbericht 2016 der Bundesregierung zeigt, dass die Belastung des Grundwassers mit Nitrat nach wie vor ein großes Problem darstellt. Hauptsächliche Quelle der teilweise sehr hohen Nitratgehalte im Grundwasser ist die Landwirtschaft über diffuse Einträge. Aus diesem Grund hatte die grün-geführte Landesregierung von Baden-Württemberg in der letzten Legislatur ein Düngeverbot in Gewässernähe erlassen. Bernd Murschel fragte in einem Abgeordnetenantrag hierzu die aktuelle Situation in Baden-Württemberg ab.

Die Antwort des Umweltministeriums (und nachrichtlich des Landwirtschaftsministeriums) finden Sie hier.

27.10.2016

„Wer greift nach unserem Land?“ Veranstaltung in Renningen mit Maria Heubuch MdEP

Maria Heubuch MdEP und Dr.Bernd Murschel MdL
Maria Heubuch MdEP und Dr.Bernd Murschel MdL

Zahlreiche Interessierte, darunter auch einige Landwirte, folgten der Einladung des Grünen Kreisverbands Böblingen zu einer Veranstaltung in der Sessler-Mühle mit Maria Heubuch, Mitglied des Europäischen Parlaments und Bäuerin aus dem Allgäu sowie Dr. Bernd Murschel, Agraringenieur und umweltpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion GRÜNE . „Wer greift nach unserem Land? – Landwirtschaftliche Flächen unter Druck“ war das Thema des Abends. Grund und Boden wird immer mehr zum Spekulationsobjekt. Maria Heubuch konstatierte, dass in den letzten zehn Jahren die Preise für Ackerland europaweit enorm gestiegen seien. Gerade auch für Investoren aus dem nicht-landwirtschaftlichen Bereich ist landwirtschaftliche Fläche ein interessantes Geldanlage-Objekt geworden. Die Kaufpreise in Baden-Württemberg lägen mittlerweile im Durchschnitt bei 25.000 Euro/ha in Bayern gar bei über 40.000 Euro/ha – und seien damit unbezahlbar für den normalen Landwirt – so die beiden Abgeordneten. Die EU-Abgeordnete Heubuch führte als mögliche Gegensteuerung das Beispiel Frankreich an, wo Pachtpreise staatlich festgelegt werden. Bernd Murschel fordert eine stringentere Bodenpolitik. „Wir sollten nicht nur über Flächenverbrauch reden, sondern auch den qualitativen Bodenschutz im Focus haben. Böden haben unterschiedliche Leistungsfähigkeiten und die Landwirtschaft braucht die ertragsfähigen Böden, um effizient Nahrungsmittel zu erzeugen“, betont der promovierte Bodenphysiker.

URL:http://murschel.de/politik/laendlicher-raumlandwirtschaftforst/