09.04.2021

Die Zukunft der Luft- und Raumfahrt in Baden-Württemberg - Online-Fachgespräch

Satellitenbild. Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Wie steht es um die Luft- und Raumfahrt in Baden-Württemberg? Welche Chancen und Handlungsoptionen werden sich in Zukunft ergeben? Wie stehen Grüne politische Ziele mit ihr im Zusammenhang? Diesen und weiteren Fragen wurde vergangenen Freitag (9.4.2021) im Rahmen eines Online-Gesprächs nachgegangen, zu dem der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion GRÜNE, Dr. Bernd Murschel MdL eingeladen hatte. Daran nahmen Vertreter*innen der Fraktion GRÜNE auf der einen Seite und Stimmen aus Forschung und Praxis auf der anderen Seite teil.

Eröffnet wurde die Runde durch Prof. Dr.-Ing. Voggenreiter vom DLR und Prof. Dr.-Ing. Fasoulas vom Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart. Gemeinsam umrissen sie in ihrem Vortrag Status Quo und Aussichten für die Luft- und Raumfahrt sowie Satellitentechnologie.

Ihre Take-Home-Message war eindeutig: die Branche wird sich – nicht zuletzt aufgrund New Space 2.0 – aus ihrer Nische heraus zu einer tragenden Säule der Wirtschaft der Zukunft entwickeln. Die gute Nachricht dabei:

Baden-Württemberg weist mit seiner vorhandenen Forschungs- und Unternehmensstruktur eine hervorragende Ausgangssituation für die kommende Entwicklung auf.

Auch Dr. Stefan Belz, Oberbürgermeister von Böblingen, promovierter Raumfahrtingenieur und damit Akteur an der Schnittstelle zwischen Politik und Forschung, bestätigte diese Aussage. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass trotzdem einiges angepackt werden müsse: es brauche Förderungen mit Signalwirkung, um die Sichtbarkeit der jetzt schon starken Branche deutlich zu erhöhen.

In seiner Rolle als Branchenexperte stimmte Prof. Dr. rer. nat. Dr.-Ing. e.h. Messerschmid, emeritierter Professor der Universität Stuttgart und ehemaliger Astronaut, diesen Erkenntnissen zu.

In der abschließenden angeregten Diskussionsrunde brachten sich auch Andrea Lindlohr MdL in ihrer Funktion als Vorsitzende des AK Wirtschaft der Fraktion GRÜNE sowie Thomas Poreski MdL, Sprecher der Fraktion GRÜNE für Technologiepolitik ein. Lindlohr wies auf die zuletzt deutlich verbesserte Förderkulisse für innovative Unternehmen hin und betonte gleichzeitig, dass man sich auch in der kommenden Legislaturperiode für die zukunftsträchtige Branche stark machen werde. Dies bekräftigte Poreski und wies zudem auf die ganz neuen Dynamiken hin, die sich aufgrund der durch New Space neu gewonnenen Datenverfügbarkeiten einstellten.

Bernd Murschel, der das Gespräch organisiert hatte und die Moderation des Online-Formats übernahm, resümiert: „Wir haben hier in Baden-Württemberg hinsichtlich der Luft- und Raumfahrt sowie der Satellitentechnologie bereits großes Potenzial. Man sieht, dass mit New Space 2.0 eine Entwicklung in Richtung automatisierter Produktion, unter Umständen in Serie, einsetzt.“ Daraus resultiere die Gewinnung großer, neuer Datensätze in nahezu allen Bereichen, die vielfältig nutzbar sind.

„Einsatzbereiche der neu gewonnenen Daten reichen von der kommunaler Ebene, über regionale-, Länder- und bis zur globalen Ebene.“ Man finde dabei sehr viele Bereiche wieder, die Schnittmenge mit grünen Themen aufweisen. Eine Sache sei diesbezüglich klar: „Wir müssen ein Monitoringsystem aufbauen, um den Zustand der Umwelt und des Klimas genauestens bestimmen zu können – dafür benötigt es präzise und zuverlässige Daten. Ohne diese Daten geht es nicht!“. Was man brauche, so Murschel weiter, sei eine langfristige Förderstruktur, die schnell reagieren könne, gewissermaßen eine Initialzündung für die zukünftige Entwicklung darstelle und den Standort Baden-Württemberg weiter stärke und noch attraktiver mache. „Neben dieser katalytisch wirkenden, durchgehenden Finanzierungslandschaft geht es außerdem darum, ein Signal zu senden und die Sichtbarkeit der Luft- und Raumfahrtbranche hierzulande zu erhöhen“.

Abschließend stellte er fest: „Es macht sicherlich Sinn, auch weiterhin im Dialog zu bleiben. Und idealerweise ergibt sich die Dynamik eines Strategiedialogs. Damit könnten wir große Synergien schaffen und so zum einen die heimische Wirtschaft, zum anderen die Erreichung von Klima- und Umweltschutz durch die Förderung dieser zukunftsweisenden Technologien befeuern.“



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